Holotropes Atmen

Was ist es

Das Holotrope Atmen wurde in den 70-iger Jahren von Stan und Christina Grof am Esalen Institut in Kalifornien entwickelt.
Das Wort „Holotrop“ leitet sich aus dem Griechischen, holos = ganz und trepein = sich hinbewegen, ab.
Das Holotrope Atmen schwingt zwischen Spiritualität und Therapie und verbindet Erfahrungen des Yogaweges des Ostens mit moderner westlicher Bewusstseinsforschung. Mittels Tiefenatmung und Musik wird ein erweiterter Bewusstseinszustand hergestellt und dadurch wird ein Zugang zu tieferen Schichten unseres Wesens möglich, die normalerweise unserem Alltagsbewusstseins nicht zugänglich sind.
Diese Seminare werden im Rahmen der Grundausbildung des Grof Transpersonal Trainings anerkannt.
 

Wie es funktioniert

Beim Holotropen Atmen handelt es sich um eine therapeutische Arbeit, die erfahrungsorientiert ist und unter Einsatz veränderter Bewusstseinszustände Zugang zum inneren „Heiler“, einer Art innerer Weisheitsinstanz, herstellt, die jedem zur Verfügung steht.
Die therapeutische Arbeit versteht sich hier in einem ganz wörtlichen Sinne von therapein, d.h. - dem Anderen in seiner Entwicklung „dienen“, und besteht in der Aktivierung der inneren Selbstheilungskräfte des Klienten ohne selbst therapeutisch deutend oder eingreifend zu wirken.
Die Aktivierung erfolgt mittels einer tieferen und beschleunigten Atmung.
In der Hyperventilation lassen sich Widerstände öffnen und nach Johannes Holler (vgl. 1991) können wir im EEG Theta- und Deltawellen sehen, die für eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte stehen und auf visionäre Fähigkeiten hinweisen. Evokative Musik, die verstärkend wirkt ohne Inhalte zu suggerieren und eine Körperarbeit, die darauf ausgerichtet ist, vom Prozess nicht aufgelöste Blockaden zu bearbeiten, unterstützen den Atemprozess.
Unverarbeitete Elemente aus unserer Lebensgeschichte sind auf allen Ebenen des Seins: körperlich, geistig, emotional, spirituell erlebbar, kommen in Fluss und können heilen. Bisher blockierte Lebensenergie kann frei werden und häufig lösen sich damit zusammenhängende körperliche Beschwerden auf. Das jedem innewohnende kreative Potenzial, „das wahre Selbst sorgt für das pulsende innere Leben; es bewirkt die Spontaneität aller Gefühle, sei es Freude, Liebe, Ärger, Furcht oder Verzweiflung. Es ist außerdem die Quelle spontaner Interessen und Energien, die Fähigkeit zu wünschen und zu wollen, es ist jener Teil in uns, der sich ausdehnen, wachsen und selbst erfüllen will.“ (Horney 1975 )

Im holotropen Bewusstseinszustand begeben wir uns in eine Trance, indem das innere Weisheitswesen mehr und mehr zum Handelnden wird und das Ich als Zeuge fungiert.
Wir können Erfahrungen aus unserer persönlichen Geschichte machen, unsere Geburt erleben, in kollektive Mythen eintauchen, uns mit Tieren oder anderen Wesenheiten identifizieren, in anderen Zeit und Kulturräumen reisen, starke körperliche Erfahrungen durchleben. Auf die eigene innere Intelligenz vertrauend, glauben wir, dass wir genau die Erfahrung bekommen, die uns in diesem Moment zu mehr Wachstum verhilft.   
In der Hingabe an ein „ Stirb- und Werden“ wächst das Leben über sich selbst hinaus und  wird in seiner Verbundenheit mit allem erfahrbar.
 

Was noch

Unterstützt wird die Technik des Holotropen Atmens durch intuitives Malen.
Absichtslos finden Erkenntnisse, Gefühle, „Unbegreifliches“ ihren kreativen Ausdruck und verankern das Erlebte nachhaltig. Das Teilen der Erfahrung und Integration des Erlebten in der Gruppe, dem sogenannten „sharing“ schließt den Prozess ab. Beim Teilen der Erfahrung geht es um ein intuitives Erfassen, Aufarbeiten und Integrieren des Erlebten.
 

Für wen

Für Menschen, die sich auf das Abenteuer der Selbsterforschung einlassen mögen in Phasen des Übergangs und der Neuorientierung, in Krisenzeiten und zur Erweiterung der therapeutischen Kompetenz.
 

Wie läuft ein Seminar ab

Das Holotrope Atmen findet in der Regel im Rahmen eines Wochenendseminars statt und in dem Schutzraum einer Gruppe. Es werden Paare gebildet und
jede/r Teilnehmer/in hat die Möglichkeit, einmal einen Atemprozess zu begleiten und einmal selbst zu atmen.
Ein Atemprozess dauert meist zwischen 2, und 4 Stunden.
Der Atmer liegen dabei auf einer Matzratze mit geschlossenen Augen.
Nach einer einführenden Entspannungsübung atmet der oder die Atmerin tiefer und schneller als gewöhnlich, dadurch entsteht ein erweiterter Bewusstseinszustand .
Durch eine unspezifische Aktivierung des „Inneren Heilers“ wird  die für die Person
im Moment wichtige Erfahrung ins Bewusstsein gebracht und kann so verarbeitet werden.
 

Für wen ist die Methode ungeeignet

Die Methode ist ungeeignet bei Schwangerschaft, Herz- Kreislauferkrankungen, hohem Blutdruck, Epilepsie, grünem Star, kürzlich erfolgten Operationen, sowie bei bestimmten psychiatrischen Erscheinungen (Psychosen, Suizidalität), d.h. normale körperliche und psychische Gesundheit ist Voraussetzung.
Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung.
 

Wie wir arbeiten

Wir stellen einen sicheren und geschützten Raum zur Verfügung,“ hüten“ und halten die Energie, kooperieren mit den inneren Heilungskräften, damit sich die inneren Erfahrungen frei entfalten können.
 

Wie läuft ein Intensiv-Seminar ab

Jeder Teilnehmer hat in diesem Intensiv-Atemseminar die Möglichkeit, zweimal "holotrop" zu atmen und zweimal eine Atemsitzung begleiten.
Durch die beiden Atemerfahrungen entstehen mehr Raum und mehr Möglichkeiten zur inneren Entfaltung von Heilungsprozessen unserer Seele.
Durch zusätzliche Übungen wie achtsames Wahrnehmen, stärkende Körperübungen, freies Tanzen und intuitives Malen entsteht – in einem zeitlich entspannten Rahmen – Raum für ein tiefes Verstehen und Integrieren des Erlebten.
 

Therapeutenteam

Holotropes Atmen wird in der Regel von einem Therapeutenteam geleitet, das aus Dr. Stefan Dressler und mir, Gisela Möhle, besteht.
Dr. Stefan Dressler ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit eigener Niederlassung in Freiburg i. B. und Holotropic Breathwork Practitioner®.
Zusätzlich werden wir durch Assistenten der Schule für Transpersonales Atmen in Freiburg unterstützt.
 

Literatur zum Thema

von Stanislav Grof, Christina Grof, Brigitte Ashauer, Ingo Jahrsetz und Sylvester Walch